Der Nahostkonflikt - Geschichte, Religion und Politik

Ein Jahr lang haben sich SchülerInnen der 11. Klasse des Hannah-Arendt- Gymnasium in einem Seminarkurs mit den vielfältigen Aspekten des Konflikts beschäftigt.
Die Arbeit über Judentum, Islam und Christentum als Religionen und Identitätsbezüge boten den Schülern die Gelegenheit, sich über die üblichen Curricula hinaus diesen Themen anzunähern und zu verstehen wie religiöse Motive in historischen und politischen Diskursen und im alltäglichen Leben ihren Niederschlag finden. Die lange und spannende Geschichte des Nahen Ostens bot so manche Herausforderung für die Schüler. Von der antiken Geschichte des Nahen Ostens bis hin zur Geschichte Europas sollte der Bogen gespannt werden. Und sicher ist so manchem zumindest die Komplexität historisch politischer Zusammen-hänge klar geworden. Ein Schwerpunkt war dabei die Beschäftigung mit dem Holocaust in seiner Bedeutung für die Entstehung des Staates Israel und das Selbstverständnis seiner Einwohner.
Im politischen Teil unseres Kurses ging es u.a. um die Struktur der israelischen Gesellschaft, politische und wirtschaftliche Entwicklungen, verschiedene Friedensverträge, UNO-Resolutionen, den Umgang mit Wasser, die Haltung zur PLO und Hamas, die Rolle der arabischen Staaten u.a.. Rollenspiele sollten den Schülern die Gelegenheit geben in die „ Haut“ der verschiedenen Protagonisten dieses Konflikts zu schlüpfen.
Doch nicht nur theoretisch wollten wir uns dem Thema annähern, ein Schwerpunkt des Seminars war auch die Vorbereitung einer 3-wöchigen Reise nach Israel. Alles Gelernte bekam nun eine nicht geahnte Realität.
In Jerusalem – der Stadt aller drei Religionen – wurden wir von Rotem, einem jungen Israeli, der sich in der Friedensbewegung engagiert, durch seine Heimatstadt geführt, er zeigte uns die Stadt von einer ganz anderen Seite – Ost-Jerusalem war das Ziel der Besichtigung. Hautnah erlebten wir das Leben der palästinensischen Bürger - Kontrollen, Arbeitslosigkeit, ein eingeschränktes Verkehrsnetz, eine eingeschränkte Infrastruktur bestim-men den Alltag. Daneben eine blühende Stadt, die anknüpft an der Geschichte des alten ehrwürdigen Jerusalems.
Am gleichen Tag besuchten wir die Wohnviertel orthodoxer jüdischer Familien. Auch hier erhielten wir wieder einen Einblick in den Alltag dieser Menschen, die einen tiefen Glauben leben und diesen auch verdeut-lichen. Eine andere Welt tat sich auf, doch die Stadt vereinte beide Welten. Uns wurde klar, Jerusalem ist beides – Bindeglied und Heimatort für beiden Religionen. Dass es dazu den Willen aller Bürger bedarf, wurde uns durch den jungen Israeli vermittelt.
Unser nächstes Ziel war Ramallah in der Westbank. Dort besuchten wir eine Schule für palästinensische Jugendliche. Eine sehr offene, tolerante Atmosphäre wurde uns entgegengebracht. Die Jugendlichen erhalten eine fundierte Ausbildung, politisch interessiert, modern und aufgeschlossen. Gleichzeitig erlebten die Schüler dieser Schule Einschränkung durch israelische Behörden. Was diese Schüler wollten, war eine tolerante Gesellschaft, die ihnen alle Möglichkeiten der Partizipation gewährte. Selbstbestimmt wollten sie sein, ihr Leben selbstbewusst gestalten, als Teil der Gesellschaft und dabei auch Verantwortung für ihr Land und die Bürger übernehmen. Mauern – das wurde uns klar – führen nicht dazu, so bleiben die einen ausgegrenzt und die anderen begrenzt. In Gesprächen mit den Menschen wurde uns deutlich, dass es sehr unterschiedliche Beurteilungen der Mauer zwischen dem West-Jordanland und Israel gibt.
Israel ist ein Land voller Vielfalt, jung, modern und selbstbewusst, ein Land voller stolzer Menschen, aber auch ein Land, das Probleme mit sich trägt, die überwunden werden müssen, damit dieses Land auch ein gutes Land für alle seine Bürger mit gleichen Rechten für alle wird. Verdeutlicht wurde den Schülern, dass es unterschiedliche Positionen gibt, aber dass es notwendig ist, gemeinsame Positionen zu suchen, um eine friedliche Welt zu gestalten.
Hier eine kleine Auswahl aus den Eindrücken und Erlebnissen.

Die verantwortlichen Projektleiterinnen
Frau Sow (Politikwissenschaft)

Frau Waitz (Geschichte)

Frau Clam (Geschichte und Religionen)

 

Programm Seminarkurs 2012

Kurzbericht über die Schülerfahrt nach Israel

„Wir fahren nach Jerusalem …..“ Oberstufenschüler des Hannah-Arendt- Gymnasium unternehmen eine 3- wöchige Reise durch Israel.

Zu Besuch im Norden Israels

Zeitzeugengespräch mit Frau Zimche in Israel

Auf der Stadtmauer von Jerusalem und auf den Spuren von Jesus

 

 

 

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