Menschenrechte, Minderheitenschutz und Konfliktbewältigung

Menschenrechte, Minderheitenschutz und Konfliktbewältigung

'Engagiert euch mehr für Menschenrechte' munterte Frau Neelapaijt die SchülerInnen am Ende der Gesprächsrunde im Hannah Arendt-Gymnasium auf. 'Die Rechte von Menschen und Minderheiten müssen geschützt werden.'

Zu einer Gesprächsrunde hatten sich 23 SchülerInnen angemeldet. Sie trafen auf eine Gruppe von Menschenrechtlern aus Südostasien. Zwei Herren aus Bangladesch, einer aus Sri Lanka, zwei Vertreterinnen aus Thailand und zwei von den Philippinen besuchten Deutschland auf Einladung des Auswärtigen Amtes und diskutierten mit SchülerInnen vom Hannah Arendt-Gymnasium in Rudow über den Schutz von Minderheiten, Probleme und Konfliktlösungen.

Die SchülerInnen aus verschiedenen Oberstufenkursen erklärten, dass sie in der Schulzeit schon häufig mit dem Thema Minderheiten in Kontakt gekommen seien. Auf Fragen der Gäste zu Kontakten mit Flüchtlingen erzählten einige vom persönlichen Engagement in Flüchtlingsheimen und den Kleider- und Spielzeugsammlungen in der Schule. Auch von der manchmal negativen Haltung überwiegend älterer Menschen gegenüber den Flüchtlingen wurde berichtet und nach Erklärungen gesucht. Dabei wurde klar, dass es oft Unwissen sei, die die Menschen zur Abneigung gegenüber Asylsuchenden treibt. Die SchülerInnen hatten in den Kursen Politikwissenschaft auch erfahren, dass es angesichts des demographischen Wandels sogar vorteilhaft sei, wenn junge Menschen nach Deutschland und in die EU einwanderten.

Über persönliche Erfahrungen mit Vorurteilen antworteten die SchülerInnen, dass sie diese in der Schule nicht wahrnehmen würden, jedoch im Wohnumfeld gäbe es schon Anfeindungen besonders gegenüber Kopftuch tragenden Mädchen und Frauen, berichteten muslimische Schüler.

Die Gäste erzählten von ihrer unterschiedlichen religiösen Ausrichtung, es waren Muslime, Christen und Hindus unter ihnen, die sich in ihren Heimatländern in Nichtregierungsorganisationen für Minderheiten einsetzten. Mit Berichten an die Vereinten Nationen übten sie Druck auf die nationalen Regierungen aus, damit die Menschenrechte mehr geachtet werden. Dabei begeben sie sich zum Teil auch selbst in Lebensgefahr, besonders in den Philippinen, wo eine Militärdiktatur herrscht. Die Thailänderinnen berichteten von Diskriminierungen in Grenzregionen, wo Kinder nicht die Staatsangehörigkeiten erhielten und deshalb von Bildung und Krankenversorgung ausgeschlossen seien. Die katastrophale Situation in den Gefängnissen, wo Minderheiten oft diskriminiert werden und das Thema Zwangsprostitution konfrontierte die SchülerInnen mit Problemen in den Ländern der Gäste, die sie in ihrem Lebensumfeld gar nicht kennen.

Für die Gäste war es erstaunlich, dass die deutschen SchülerInnen keiner Religionsgruppe angehörten und sehr tolerant gegenüber anderen Nationalitäten auftraten. Ein großes Lob an die Schülergruppe kam von der Delegation aus Bangladesch, die die Diskussionsrunde als interessantesten Programmpunkt während ihrer einwöchigen Deutschlandreise hervorhoben. Der direkte Kontakt mit jungen Menschen, die offenen Antworten der SchülerInnen zeigte ihnen eine weltoffene Jugendgruppe. Zuletzt gab es eine Aufforderung, die Länder Südostasien zu bereisen, um persönliche Eindrücke und Wissen über die Verhältnisse und Probleme dieser Staaten zu sammeln.

Der Abschied war sehr herzlich, als ob man sich schon lange kenne, meinte eine Schülerin.

Alle SchülerInnen waren begeistert, so engagierte Menschen persönlich kennen gelernt zu haben.

Ergebnisse zusammengefasst von Frau Sow 

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