Namensgebung

Der Lebensweg der Hannah Arendt als deutsche Jüdin lässt sich von den Gräueltaten des Nationalsozialismus nicht trennen. Die Entrechtung und Verfolgung von Menschen jüdischer Abstammung seit 1933 sowie ihre eigene kurzfristige Inhaftierung im selben Jahr veranlassten sie zur Emigration aus Deutschland. Vom nationalsozialistischen Regime 1937 ausgebürgert, war sie staatenlos, bis sie 1951 die Staatsbürgerschaft der USA erhielt. Sie war unter anderem als Journalistin und Hochschullehrerin tätig und veröffentlichte wichtige Beiträge zur politischen Philosophie. Hannah Arendt vertrat ein Konzept von „Pluralität“ im politischen Raum. Demnach besteht zwischen den Menschen eine potentielle Freiheit und Gleichheit in der Politik. Wichtig ist es, die Perspektive des anderen einzunehmen. Hannah Arendt hat es verstanden, durch ihr Wirken in hervorragender Weise philosophische Erkenntnis und politisches Engagement miteinander zu verbinden. Sie repräsentiert den Typus einer streitbaren Intellektuellen,der es neben der Erkenntnis auch immer um Teilhabe am politischen Gemeinwesen ging.

 
Über Erziehung:
„In der Erziehung entscheidet sich, ob wir die Welt genug lieben, um die Verantwortung für sie zu übernehmen. Und in der Erziehung entscheidet sich auch, ob wir unsere Kinder genug lieben, um sie weder aus unserer Welt auszustoßen und sich selbst zu überlassen, noch ihnen die Chance, etwas Neues, von uns nicht Erwartetes zu unternehmen, aus der Hand zu schlagen, sondern sie für ihre Aufgabe der Erneuerung einer gemeinsamen Welt vorzubereiten“.
(Hannah Arendt, Politologin und Philosophin geboren 14.10.1906 in Hannover, gestorben 05.12.1975 in New York)