Treffen mit Jean Claude Junker im Haus der deutschen Wirtschaft im Mai 2017 auf Einladung der Schwarzkopf Stiftung

Fachbereich Politikwissenschaft – Treffen mit Jean Claude Junker im Haus der deutschen Wirtschaft im Mai 2017 auf Einladung der Schwarzkopf Stiftung

Bericht von Frau Sow

Schülerinnen und Schüler konnten an einer Veranstaltung mit dem Präsidenten der Europäischen Kommission, Jean Claude Junker, teilnehmen, bei der dieser humorvoll, kompetent und offen auftrat.
In seiner Einleitung sprach er über die Leistungen der Gründer der Europäischen Gemeinschaft und den damit schon lange anhaltenden Friedensprozess in Europa, den die junge Generation heute genießen kann. Angesichts der vielen kriegerischen Konflikte, die sonst in der Welt immer wieder aufflammen, hob er diese Errungenschaft als elementar hervor. Er lobt die viele Erleichterungen, wie die Öffnung der Grenzen, die Reisefreiheit der 500 Millionen Europäer und die positiven Seiten des Euro. Dass es trotzdem eine Nation vorzieht, die EU zu verlassen stimmte ihn bedenklich und er bedauert es, dass die Mitgliedsstaaten es versäumt haben, die Briten von den Vorzügen der Gemeinschaft zu überzeugen. Natürlich sprach er auch den Reformbedarf an, und gab zu Bedenken, wie wichtig es sei, dass die Zusammenarbeit intensiviert wird.

In der anschließenden Fragestunde kamen auch die jungen Zuhörer zu Wort. Dabei antwortete Junker mit Esprit und jungenhaftem Charme. Thematisiert wurde die Herausforderung der EU im Angesicht des neuen amerikanischen Präsidenten, dem er den Sachverstand in vielen Fragen aberkannte. Er berichtete, dass er Trump letzte Woche in Italien beim G7-Gipfel in einfachen Hauptsätzen erklärt habe, was Freihandel und das internationale Klimaschutzabkommen bedeuten. Leider habe dieser das aber nicht verstanden, wie so vieles mehr.
Außerdem ging er auf die Aufnahmegespräche der EU mit der Türkei ein, wobei er betonte, dass man nicht die türkische Bevölkerung, die gerne in die Türkei eintreten möchte, vergessen sollte. Er verwies darauf, Erdogan sei nicht die Türkei. Jedoch machte er auch deutlich, dass mit der Einführung der Todesstrafe eine rote Grenze überschritten würde, die einen Eintritt der Türkei in die EU unmöglich mache. Die EU
als Wertegemeinschaft mit einer offenen Gesellschaft liegt ihm dabei am Herzen.
Jean Claude Junker lobte das Erasmus-Programm der EU und wünschte sich dessen Ausdehnung auch auf Schüler, damit mehr junge Menschen in Europa reisen und ihre Nachbarn besser kennen lernen können.
Die Zeit reichte leider nicht aus, um alle Schülerfragen beantworten zu können, aber der Eindruck, den Jean Claude Junker trotz des großen Altersunterschiedes zwischen ihm und den Schülerinnen und Schülern hinterließ, war überaus positiv, denn es wurde auch viel gelacht und geschmunzelt.
 

Treffen mit Jean Claude Junker im Haus der deutschen Wirtschaft im Mai 2017 auf Einladung der Schwarzkopf Stiftung
Treffen mit Jean Claude Junker im Haus der deutschen Wirtschaft im Mai 2017 auf Einladung der Schwarzkopf Stiftung